Weichenstellung für die Aargauer Berufsbildung

Das Standortkonzept Berufsfachschulen steht fest: der Regierungsrat spricht von einer zukunftsfähigen und regional ausgewogenen Lösung. Mit der Bildung von Kompetenzzentren werde die duale Berufsbildung im Kanton Aargau gestärkt. Die Erarbeitung des Konzepts erfolgte unter Einbezug von Schulen, Trägerschaften, Standortgemeinden und Berufsverbänden.

(Bild: zVg / BWZ) Das BWZ Brugg kann sich über die Lösung «Standortkonzept Berufsfachschulen» freuen

Die Arbeitswelt hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Digitalisierung und Wirtschaftsentwicklung setzen neue Massstäbe. Dadurch verändern sich auch die Berufsfelder: Während manche Berufe in den letzten Jahren Rückgänge von 20 Prozent und mehr erlebten, wuchsen andere um über 50 Prozent. Auf politischer Ebene wird im Aargau deshalb bereits seit dem Jahr 2011 über eine Erneuerung der Berufsschullandschaft diskutiert. Im Rahmen der Haushaltssanierung griff der Regierungsrat die Thematik im Mai 2017 mit dem Modul «Reform Berufsfachschulen» wieder auf.

Weniger Standorte
Im Fokus der Diskussion standen Kompetenzzentren, Berufszuteilungen, Schulräume und Finanzen. Mit der Überweisung einer Motion von FDP, CVP und GLP bekräftigte der Grosse Rat im November 2017 Handlungsbedarf. Nun steht fest, wie es mit der Berufsbildungslandschaft im Kanton Aargau weitergeht. Ab Schuljahr 2020 / 2021 werden die aktuell sieben Standorte der gewerblich-industriellen Berufsfachschulen (GI) auf die fünf Standorte Aarau, Baden, Brugg, Lenzburg und Zofingen reduziert. Die beiden Standorte Rheinfelden und Wohlen werden nicht mehr berücksichtigt, teilte der Regierungsrat in einer Medienmitteilung mit.

Umverteilung nach Berufsfeldern
Die kaufmännischen Berufe und der Detailhandel (KV) werden zu den vier Zentren Baden, Wohlen, Aarau und Rheinfelden zusammengeführt. Das KV Lenzburg Reinach sowie das KV Zofingen fallen weg. Damit soll künftig pro Standort eine Minimalauslastung von 400 Berufslernenden erreicht werden. Die Dental- und die medizinischen Praxisassistenten werden hingegen wie bis anhin in Aarau, die Podologen in Zofingen und die landwirtschaftlichen Berufe in Gränichen unterrichtet. Die Ausbildung der Gesundheits- und Sozialberufe bleibt an der Berufsfachschule Gesundheit Brugg, wobei aufgrund der guten Auslastung sogar zwei Aussenstandorte in Lenzburg und Rheinfelden dazukommen werden.

Erleichterung für BWZ Brugg
Für das Bildungszentrum Brugg (BWZ) ist der Entscheid mit Erleichterung verbunden. Das Kompetenzzentrum für Elektro- und Naturberufe bleibt der Stadt Brugg als rein gewerblich-industriell geführte GI-Schule erhalten. Da Montageelektriker und Elektroinstallateure aus Rheinfelden neuerdings in Brugg ausgebildet werden, kann das BWZ mit einem Zuwachs von 200 Lernenden rechnen. Die Abteilung KV sowie die Erwachsenenbildung des BWZ werden erwartungsgemäss mit Baden fusionieren.

Im Einklang mit Haushaltssanierung
Mit dem neuen Standortkonzept der Berufsfachschulen würden die angestrebten Ziele weitgehend erreicht, teilt der Regierungsrat mit. Die duale Berufsbildung im Kanton Aargau werde gestärkt, die Zukunftsfähigkeit verbessert und die Ausbildungsqualität erhöht. Auch im Hinblick auf die Haushaltssanierung wirkt sich das neue Standortkonzept positiv aus: Kantone und Gemeinden sollen durch das neue Standortkonzept jährlich 4.15 Millionen Franken einsparen. Regierungsrat Alex Hürzeler kommentierte: «Das neue Standortkonzept Berufsfachschulen ist eine zukunftsfähige und regional ausgewogene Lösung für die zahlreichen und vielfältigen Herausforderungen in der Berufsbildung im Kanton Aargau.»

pd

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